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Stilepochen beeinflussen das Aussehen von Schlösser und Herrenhäuser
Das Aussehen von Schlössern, Herrenhäusern und neuerdings von
Schlosshotels
wird maßgeblich durch den Geldbeutel des Erbauers und durch
die Epoche beeinflusst, in der das Schloss erbaut wurde. Da ein Schloss
Adeligen nicht nur als Wohnsitz sondern auch als Regierungs- und Repräsentationssitz
diente, wurden Schlösser meist großzügig angelegt
und künstlerisch gestaltet. Maßgeblich war auch der Umstand,
dass ein Schloss im Gegensatz zu einer Burg keine Wehranlage ist und
den Architekten und Baumeistern somit viel Spielraum für künstlerische
Elemente der jeweiligen kunsthistorischen Epoche blieb.
Im ausgehenden Mittelalter entstanden die ersten und somit ältesten
Schlösser. Sie gingen überwiegend aus Burgen hervor
und wurden zu Repräsentationszwecken aufwändig umgebaut.
Die Umbauten enthielten häufig Elemente der Romanik und Gotik.
Nach dieser Phase wurde das Erscheinungsbild zahlreicher Schlösser
durch die Renaissance beeinflusst. Beindruckende Bauwerke entstanden
auch durch den Umstand, dass neue Schlösser gebaut wurden, die
losgelöst von ehemaligen Burgen und Festungen wesentlich
mehr gestalterischen Spielraum ließen.
Anschließend beeinflussten Barock und Rokoko, die mit zahlreichen
Säulen und Statuen sowie mit verspielten Elementen einher kamen,
auch das Aussehen von Schlössern und Herrenhäusern im
mitteleuropäischen Raum.
Der Klassizismus war eigentlich die letzte große Epoche, die
sich auch in dem Aussehen von Schlössern widerspiegelte. Durch
den allmählichen Machtverlust des Adels wurden im sich anschließenden
Historismus nur noch vereinzelt Schlösser gebaut.
Gegenwärtig sind Schlösser, ebenso wie Burgen und Herrenhäuser
selten in Besitz ihrer einstigen Erbauer bzw. deren Familien, da der
Unterhalt dieser oft gewaltigen Gebäude und der umliegenden Anlagen
mit enormen Kosten verbunden ist. Dennoch gibt es positive Beispiele
in denen Schlösser zu Schlosshotels umgebaut wurden und wirtschaftlich
betrieben werden. Auf diesem Weg tragen Schlosshotels zum Erhalt einzigartiger
Kulturgüter bei.
Hinsichtlich der Zuordnung von Schlössern und den heutigen Schlosshotels
zu einzelnen Epochen sei noch angemerkt, dass Schlösser häufig
der jeweiligen Mode entsprechend umgebaut wurden. So wurden beispielsweise
ursprünglich im Stil der Renaissance erbaute Schlösser mit
den spielerischen Elementen des Rokoko (z.B.: Stuck) versehen, um
den aufwendigen Stuck im Zuge des Klassizismus wieder zu entfernen,
wodurch Mischformen entstanden, die keiner einzelnen Epoche zugeordnet
werden können.
Abschließend sei noch erwähnt, dass die einzelnen Epochen
nicht nur die Außensicht und die Inneneinrichtung der Schlösser
und Herrenhäuser prägten. Sie hatten auch maßgeblichen
Einfluss auf die Gestaltung der sie umgebenden Gärten und Parkanlagen.
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